Der Meeresfenchel (Crithmum maritimum) ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler mit fleischigen Blättern. Als Halophyte, also eine salzliebende Pflanze, wächst er wild an felsigen Küsten, oft nur wenige Schritte von der Wasserlinie entfernt.
Im Salento, insbesondere in den Orten, in denen er verwendet wird, hat er verschiedene Bezeichnungen:
„Erva ti mare“
„Salissia“
„Critimu“
„Tritimu"
"Rimini“
Diese hübsche kleine Pflanze mit ihrem ausgeprägten Fenchelaroma, das durch den Salzgehalt ihres Saftes noch verstärkt wird, verfügt über eine Salzkonzentration im Saft, die der von Meerwasser sehr ähnlich ist. Nur so kann sie in ihrem extremen Lebensraum bestehen, in dem sie ständig der Gischt (den Spritzern des Meerwassers) ausgesetzt ist, ohne durch osmotischen Austausch zu dehydrieren, wie es bei fast allen anderen Pflanzen der Fall wäre.
Gerade ihre ausgeprägten aromatischen und geschmacklichen Eigenschaften sind einem Volk wie dem der Salentiner nicht entgangen, das in seinem genetischen Erbe die bewundernswerte Fähigkeit besitzt, auch die bescheidensten Zutaten zur Geltung zu bringen, mit denen es im Laufe der Jahrhunderte eine großartige Küche geschaffen hat:
Ihre in Essig eingelegten Zweige werden traditionell wie „Giardiniera“ verwendet; in Kartoffelsalaten, zur Verfeinerung der Würze von Krapfen, als Füllung für Brötchen mit Thunfisch und Provolone sowie als Beilage zu gekochtem Fleisch.
Es gibt nicht viele Orte in Italien, an denen diese Pflanze zu kulinarischen Zwecken verwendet wird, und selbst im Salento, einer Region, die – wie bereits mehrfach betont – den ersten Platz bei der Verwendung wildwachsender Pflanzen einnimmt, ist ihre Verwendung nicht allgegenwärtig, sondern auf einige Ortschaften beschränkt.
